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Symposium „ANKUNFT STADT - The City as Engine of Tolerance“ am 24. Mai 2016

The City as Engine of Tolerance

Symposium und Diskussion:
The City as Engine of Tolerance

Karachi, Mumbai, München, Johannisburg, Sao Paulo, Shenzhen
Eine internationale Perspektive auf Migration

Dienstag, 24. Mai 2016 von 13.00 bis 18.00 Uhr
TU München, Vorhoelzer Forum, Arcisstraße 21, 80333 München
Symposium in englischer Sprache

Dienstag, 24. Mai 2016 um 20.00 Uhr
Kammerspiele München, Kammer 3, Hildegardstraße 1, 80539 München
Diskussion in englischer Sprache mit deutscher Übersetzung

- Doreen Heng Liu, Architektin, Shenzhen, China
- Gabi Ngcobo, Kuratorin und Künstlerin, Johannesburg, Südafrika
- Kaiwan Mehta, Architekt, Mumbai, Indien
- Renato Cymbalista, Stadtplaner, São Paulo, Brasilien
- Tentative Collective, Künstlerkollektiv, Karachi, Pakistan
- Sophie Wolfrum, Urbanistin, München, Deutschland

Veranstalter: Fakultät für Architektur, Lehrstuhl für Städtebau und Regionalplanung
in Kooperation mit dem Goethe-Institut und den Kammerspielen München
Mit Unterstützung von CAD-Solutions Martin Schnitzer - GRAPHISOFT Center

Das Symposium „City as Engine of Tolerance“ befragt den öffentlichen Raum als Plattform politischer und gesellschaftlicher Auseinandersetzungen, als einen Grundpfeiler demokratischer Lebensform. Urbanität bedeutet, aus dem privaten Rückzugsbereich in die Welt heraustreten zu können - in eine Sphäre von Fremdheit, die nach Georg Simmel durch Toleranz bis hin zur Ignoranz und Blasiertheit gebändigt ist. Urbanität ermöglicht fremd sein, anders sein, etablierte Rollen verlassen zu können. Diese Kühle in der Nähe macht Toleranz möglich und Fremdheit erträglich. Vor diesem Hintergrund bezeichnet man Stadt auch als Toleranz-Maschine, eine klassische Definition von Urbanität in der Stadtsoziologie seit Simmel. Heute betonen wir neben dem Ort der Toleranz auch den Ort der Solidarität als entscheidende öffentliche Sphäre. In der Folge verändert sich auch die Definition von Urbanität, denn der politische Aspekt gesellschaftlicher Solidarität bekommt zunehmendes Gewicht.

In dieser Dialektik von Solidarität und Toleranz sehen wir die Kraft von Städten, Migration zu bewältigen. Deren Ursachen und Anlässe sind indessen vielfältig und disparat: Krieg und Flucht vor Gewalt, Vertreibung aus ethnischen Gründen, Strukturwandel verbunden mit Landflucht und der Prosperität von Städten, Hoffnung auf Teilhabe an Gesellschaft oder auf individuelle Chancen. Die Grenze zwischen legaler Migration in einer globalisierten Welt und illegaler als Folge von Konflikten und Armut ist oftmals nicht eindeutig zu ziehen. Karachi, Mumbai, München, Johannesburg, Shenzhen und Sao Paulo sind insofern nicht über einen Kamm zu scheren, sondern jede Stadt bewältigt andere Herausforderungen im weltweiten Prozess von Migrationen.

Jede dieser Städte pflegt auch andere Kulturen, Migranten aufzunehmen, zu beherbergen, einzugewöhnen, abzustoßen, zu integrieren oder zu inkludieren. Es gibt klassische marantische Viertel, die in den Biografien einzelner Menschen als Orte der Eingewöhnung und des Durchgangs dienen. Es gibt offizielle Politiken des Tolerierens auch illegaler Migranten oder auch die des Ignorierens. Es gibt inoffizielle Praktiken der Ansiedlung von Migranten in Squatters, Favelas oder Gecekondus, die auf je unterschiedlichem, historisch begründetem, Bodenrecht oder auf verschiedenen politischen Kulturen beruhen.

Auch sind die unterschiedlichen Kulturen des öffentlichen Lebens von großer Bedeutung. Städter entwickeln einen Habitus, der das enge Zusammenleben mit Fremden nicht nur erträglich macht, sondern auch in eigenen Inszenierungsformen kultiviert. Es sind Situationen, bei denen Sprache, Gestik, Bewegung, Kleidung, Alltagsrituale mitspielen, informelle flüchtige Begegnungen hier oder kodifizierte ritualisierte Zusammenkünfte dort, wie ein Spaziergang oder der Besuch eines Fußballspiels oder aber einer öffentlichen Bibliothek.

Foto: Mera Karachi Mobile Cinema, Tentative Collective


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